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Wie dicht Glück und Pech manchmal nebeneinander liegen, bekam die Ockenfelser Erstvertretung am Samstag in der Philipp-Heift-Halle zu Mülheim-Kärlich beim Kampf um den Aufstieg in die 1. Bezirksliga Koblenz Nord auf grausamste Art und Weise zu spüren.
Acht Stunden kämpfte man fast bis zum Umfallen, um am Ende ohne Niederlage zwar, aber mit dem schlechteren Satzverhältnis im entscheidenden Spiel gegen den hochfavorisierten TuS Kehrig nach hauchdünnem Sieg gegen den TTC Karla II mit leeren Händen dazustehen.
Bereits um 14:00 Uhr hatten wir es mit dem Gegner aus der Grafschaft , dem TTC Karla II zu tun, der sich als 2. der Bezirksliga AW/MYK/COC für die Relegation qualifiziert hatte.
Nach den Doppeln lagen wir mit 1:2 im Hintertreffen, was unsere spürbare Nervosität und den Druck weiter erhöhte. Pascal und HG, das zweitbeste Doppel der abgelaufenen Saison in der 2. Bezirksliga KO/NR, mussten sich, für uns etwas überraschend, der Paarung Poppelreuter/Schneider mit 9:11 im 5 Satz geschlagen geben. Rolf und Martin behielten mit 12:10 im 5. Satz gegen Retterath/Powelz knapp die Oberhand, während David und Uwe in 4 Sätzen gegen Ehlers/Ockenfels verloren.
Zwei Siege am vorderen Paarkreuz von Pascal (3:0) gegen Poppelreuter und von HG (3:2) gegen Schneider brachten uns erstmals in Front. Übernervös und völlig neben sich hatte Rolf dann gegen Retterath nich den Hauch einer Chance. Gott sei Dank war auf David Verlass, der uns mit einem 5-Satz-Sieg gegen gegen Ehlers wieder in Führung brachte. Hinten siegte dann Manfred "Mr. Zuverlässig" Rosenmüller souverän gegen Ockenfels, während Martin genau wie Rolf mit seinen Nerven zu kämpfen hatte und gegen Powelz in 4 Sätzen verlor.
Vorne konnten wir dann erneut zuschlagen und durch zwei Siege von Pascal gegen Schneider und HG gegen Poppelreuter auf 7:4 davonziehen. Rolf hätte für die Vorentscheidung sorgen können, unterlag aber auch übernervös in seinem 2. Einzel an diesem Abend mit 1:3 gegen Ehlers. David konnte am Nebentisch gegen Retterath erneut seine hervorragende Form bestätigen und seinen Gegner ziemlich deutlich beherrschen. Leider musste sich Manfred dann gegen Powelz geschlagen geben und auch Martin bekam seine Nerven nicht in Zaum und unterlag (zu) deutlich gegen Ockenfels. Somit musste das Schlussdoppel über Sieg und Niederlage entscheiden. Ein Sieg war allerdings Pflicht, denn nach Sätzen lagen wir hinten. Und unser Doppel 1, Pascal und HG, gab sich keine Blöße und schaukelte die Partie relativ sicher nach Hause. Somit hatten wir uns mit einem glücklichen 9:7 gegen Karla II für das 2. Relegationsspiel gegen Kehrig qualifiziert. Nun galt es sich nochmals angesichts der schweren Aufgabe zu motivieren und, vor allen Dingen, endlich die Nervosität abzulegen. Dies gelang dann auch, denn wir waren krasser Außenseiter, hatten nichts zu verlieren und konnten befreit aufspielen.
Gleich in den Anfangsdoppeln konnten wir den Favoriten schocken. Mit 3:1 besiegten Martin und Rolf das Doppel 1 aus Kehrig, Büsch/Diederich. Mit dem gleichen Ergebnis unterlagen Pascal und HG gegen Martini/Becker. David und Uwe brachten uns mit einem Sieg in der Verlängerung des 5. Satzes gegen Weiler/Arenz mit 2:1 in Führung. Die Nervosität und Anspannung des Gegners war in allen Aktionen spürbar und schien in uns neue Kräfte zu mobilisieren. Vorne lief dann für den TuS Kehrig alles nach Plan. Zuerst unterlag HG gegen Martini erwartungsgemäß, dann leider auch Pascal mit 1:3 gegen Büsch in einem umkämpften Spiel. Somit lagen wir mit 2:3 hinten. Leider musste dann David seinem Gegner Diederich zu Sieg gratulieren, während Rolf endlich seine Anspannung abzulegen schien und mit einem Sieg gegen Weiler den Anschluss wieder herstellen konnte. Uwe, der für Martin spielte, konnte mit einem sicheren Sieg gegen Becker ausgleichen und Manfred brachte uns mit einem Sieg im wohl längsten Spiel des Abends gegen Arenz gar 5:4 zur Halbzeit in Führung. Die Nerven bei Kehrig lagen nun blank, Entsetzen bei den Kehriger Fans, die in großer Anzahl mitgereist waren und einen ganzen Tribünentrakt besetzten. Unsere 5 Schlachtenbummler gingen da leider etwas unter, aber trotzdem vielen Dank für die tolle Unterstützung, besonder an Andreas Stoffels, den der Mannschaftsbus steuerte.
Leider konnte das vordere Paarkreuz der Kehriger in den Spielen von Pascal gegen Martini und HG gegen Büsch seine Überlegenheit demonstrieren. Pascal konnte leider nicht viel gegen Martini ausrichten, HG war zwar in jedem Satz gegen Büsch dran, zu einem Satzgewinn reichte es leider nicht.
Rolf konnte dann in seinem Einzel gegen Diederich, in dem er nun die ganze Nervosität über Bord geschmissen hatte, einen knappen 4-Satz-Sieg verbuchen und ausgleichen, während David gegen Weiler leider das Nachsehen hatte.
Zwei Siege am hinteren Paarkreuz von Manfred gegen Becker und Uwe gegen Arenz schickten unsere Jungs mit einer 8:7-Führung ins Schlussdoppel. Leider kann die ganze Spannung und Dramatik, die sich dann abspielte, mit Worten garnicht ausgedrückt werden, das hätte man live erleben müssen. Nach Sätzen lag Kehrig vorne, nur ein Sieg zählte somit für beide Teams.
Der 1. Satz ging mit 11:6 an Kehrig, aber Pascal und HG schlugen gegen Büsch/Diederich prompt und nervenstark zurück, indem sie sich Satz 2 und 3 sichern konnten. Der 4. Satz wurde leider mit 9:11 abgegeben, so dass der 5. Satz die Entscheidung bringen musste. Auch hier gab es tolle Ballwechsel auf beiden Seiten in Serie zu bewundern, das bessere Ende hatten aber leider Büsch/Diederich, die auch den Entscheidungssatz mit 11:9 nach Hause brachten und sich dann jubelnd aufgrund des nun sicheren Klassenerhaltes in die Arme fielen.
Der TTC Ockenfels hatte nicht verloren, Endstand 8:8, aber aufgrund des schlechteren Satzverhältnisses den Aufstieg verpasst. Bitter, wenn man keins der beiden Relegationsspiele verliert, 8 Stunden kämpft und dann doch nicht aufsteigt. Zwar ernteten wir viel Anerkennung aufgrund unseres starken Spiels gegen den klaren Favoriten und der ein oder andere neutrale Beobachter hätte uns den Aufstieg vielleicht auch gegönnt, da wir den 2. Platz in der 2. Bezirksliga quasi abonniert haben, aber so ist es halt im Sport. Es kann nur einen geben. Herzlichen Glückwunsch an Kehrig.
Zu den Relegationsspielen im Allgemeinen sei angemerkt, dass der 1. Mai kein glücklicher Termin für die Austragung war. Auch sollte man überlegen, künftig den Aufsteiger in einem Turnier dreier Mannschaften auszutragen. Es war sicherlich kein Vorteil, dass wir bereits ein Spiel, das über die volle Distanz ging, in den Knochen hatten, nicht nur körperlich, sondern auch mental.
Besonderes Pech für uns kam dazu, dass wir auf einen Viertletzten aus einer Liga mit 11 Mannschaften trafen, der dazu noch punktgleich mit dem Fünftletzten, dem Tabellensiebten (!!!) war, also eigentlich eine Mannschaft aus dem Mittelfeld der 1. Bezirksliga und kein Abstiegskandidat.
Für die nächste Saison bleibt zu hoffen, dass man sich nach der vergebenen Aufstiegschance nochmal motivieren kann. Vielleicht klappt es ja mal irgendwann (ob ich das noch erleben werde?).